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Hörsturz
Beschreibung
Beim Hörsturz handelt es sich um einen meist einseitigen, plötzlichen Hörverlust ohne
erkennbaren Grund, der häufig mit Ohrgeräuschen (Tinnitus), seltener mit Schwindel einhergeht.
Männer sind häufiger als Frauen von einem Hörsturz betroffen. Meist tritt diese Erkrankung
zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr auf, in vielen Fällen auch mehrmals.
Ursachen
Die Ursachen des Hörsturzes sind unbekannt. Man geht davon aus, dass eine unzureichende
Sauerstoffversorgung des Innenohrs, z.B. infolge einer mangelhaften Durchblutung der kleinsten
Blutgefäße, dafür verantwortlich ist. Als Auslöser hierfür werden wiederum
Gefäßkrankheiten und Virusinfektionen diskutiert. Ursachen werden auch in Defekten der
Immunabwehr und in Autoimmunreaktionen vermutet, wo sich das Immunsystem gegen Substanzen des eigenen
Körpers wendet. Veränderungen der Halswirbelsäule, die ihrerseits die Durchblutung
beeinträchtigen können, werden ebenfalls als mögliche Ursache für den Hörsturz
verantwortlich gemacht. Viele Patienten mit Hörsturz weisen auch weitere Risikofaktoren für
Gefäßschäden mit Durchblutungsproblemen auf, z.B. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
oder Bluthochdruck. Auch psychische Faktoren wie Stress können eine Rolle spielen. Da die
Häufigkeit des Hörsturzes in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen hat, wurde er auch als
Abwehrmechanismus des Ohrs auf die steigende Reizüberflutung am Arbeitsplatz und in der Freizeit,
z.B. beim Diskothekenbesuch, diskutiert.
Symptome und Befunde
Typisch ist neben der plötzlichen starken einseitigen Hörminderung ein dumpfes Gefühl
im Ohr. Die Patienten hören "wie durch Watte". Begleitet werden die Beschwerden häufig, jedoch
nicht immer, von klingelnden Ohrgeräuschen (Tinnitus) und selten von Schwindelgefühlen.
Diagnostik
Der Patient sollte so früh wie möglich den Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen. Bei der Diagnose
des Hörsturzes handelt es sich um eine so genannte Ausschlussdiagnose. Das bedeutet, dass der
Ohrenarzt zunächst durch eine gründliche Diagostik alle anderen Ursachen für eine akute
Innenohrschwerhörigkeit ausschließen muss. Liegt ein Schwindel vor, muss außerdem eine
Menire-Krankheit ausgeschlossen werden. Liegt ein Hörsturz vor, wird ein Tonschwellenaudiogramm
durchgeführt, bei dem über Kopfhörer definierte Töne in definierter Intensität
auf ein Ohr gegeben werden und die jeweilige Hörschwelle registriert wird. Beim Hörsturz
findet sich im Audiogramm eine einseitige Innenohrschwerhörigkeit. Beim Weber-Versuch (angeschlagene
Stimmgabel wird auf den Scheitel gesetzt) wird der Ton auf der gesunden Seite gehört.
Verlauf
Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Heilungschancen. Bei Beginn der Therapie
innerhalb der ersten 24 Stunden nach Auftreten der Hörminderung sind die Prognosen für eine
völlige oder teilweise Wiederherstellung des Hörvermögens und ein Verschwinden möglicher
Begleiterscheinungen wie Ohrgeräusche günstig. Es besteht jedoch das Risiko, dass die
Hörminderung trotz Behandlung bestehen bleibt. In etwa 50 Prozent der Fälle bildet sich die
Hörstörung nach Hörsturz vollkommen zurück, meist schon innerhalb einer Woche. Bei
einigen bessert sich die Störung zumindest teilweise und bei anderen bleibt sie bestehen. Häufig
liegen bei den Patienten, deren Hörstörung sich nicht oder nur wenig bessert, zusätzlich
Zeichen einer psychosomatischen Störung vor. Sie leiden z.B. an Verdauungsstörungen oder
häufigen Magen- oder Kopfschmerzen, ohne dass sich dafür eine Erklärung in Form einer
körperlichen Erkrankung finden lässt. Daher kann bei diesen Patienten der Versuch einer
Psychotherapie lohnen.
Therapie Konventionelle Medizin
Eine erwiesenermaßen wirksame Behandlung existiert nicht. In vielen Fällen bessert sich die
Symptomatik in den ersten Tagen nach Eintritt der Hörstörung von selbst. Da man von einer
Sauerstoffunterversorgung des Innenohrs ausgeht, werden Infusionen verabreicht, die zu einer besseren
Durchblutung führen. Zusätzlich werden Cortisonpräparate verordnet, weil die Möglichkeit
besteht, dass dem Hörsturz eine Überfunktion der körpereigenen Abwehr zugrunde liegt.
Cortison unterdrückt die Aktivität des Immunsystems. Die Sauerstoffhochdrucktherapie wird
gelegentlich mit Erfolg eingesetzt, sie kann aber nur in einer Druckkammer in einem Zentrum für
hyperbare Sauerstofftherapie durchgeführt werden.
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