Bei der Kehlkopfentzündung sind die möglichen Ursachen vielfältig. Hier kommen Viren – seltener Bakterien – ebenso in Betracht wie Säure aus dem Magenbereich (Sodbrennen) und chemische Reize durch Zigarettenrauch, Dämpfe und Staubpartikel, aber auch ein rascher Temperaturwechsel, Mundatmung und eine Überanstrengung der Stimme.
Bei der akuten Kehlkopfentzündung (Laryngitis) wird die Stimme zunächst rau und tiefer. Es besteht Kratzgefühl und Räusperzwang. Das Sprechen bereitet Mühe. Im weiteren Verlauf wird die Stimme sehr heiser, manchmal kann nur noch geflüstert werden.
Bei einer Laryngitis zeigt sich bei der Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie) eine Rötung und Schwellung der Stimmlippen und des Kehldeckels, später der gesamten Kehlkopfschleimhaut, die ausgetrocknet ist und daher nicht mehr glänzt. Die Stimmbänder sind angeschwollen, so dass die Luft mühsam hindurchgepresst werden muss.
Schmerzmittel sind hilfreich, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist sehr wichtig. Darüber hinaus sind lokale Maßnahmen erforderlich, z. B. Lutschtabletten und lokale Inhalationen sowie fiebersenkende und hustenstillende Medikamente.
Bei bakteriellen Infektionen ist zusätzlich eine rasche und hoch dosierte Antibiotikatherapie erforderlich.
Ansonsten besteht die Therapie in der Schonung der Stimme, weil bei einer längerfristigen Fehlbelastung der Kehlkopfmuskulatur das Risiko dauerhafter Stimmstörungen besteht. Um den Entzündungsprozess zu hemmen, ist es wichtig, die Atemluft anzufeuchten. Häufige Inhalationen mit Kamille, Heilpflanzenölen und Emser Salz haben sich als lindernd und heilungsfördernd erwiesen. Die Tröpfchengröße des Inhalats, die sich am Gerät einstellen lässt, sollte dabei mindestens 10 μm betragen, da kleinere Tropfen sich erst in den Bronchien niederschlagen. Vor dem Ausatmen sollte man immer kurz die Luft anhalten, damit der Wirkstoff mehr Zeit hat, in die Schleimhaut einzudringen.
Eine chronische Rachen- und Kehlkopfentzündung beruht entweder auf einer anlagebedingten oder alkoholbedingten Schleimhautfunktionsstörung in diesem Bereich oder auf einer chronischen Reizung durch Magensäure (Sodbrennen), Zigarettenrauch, Chemikalien, Hitze bzw. einen klimatisierten Arbeitsplatz. Auch die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren kann zu einer Austrocknung und chronischen Entzündung der Rachen- und Kehlkopfschleimhaut führen. Die chronische Rachenentzündung ist in erster Linie störend durch den ständigen Räusperzwang, Hustenreiz, Schluckbeschwerden und den zähen Schleim. Bei der chronischen Kehlkopfentzündung kommen häufig Schmerzen beim Sprechen hinzu, die nur durch eine Schonung der Stimmbänder, eventuell durch Sprachtherapie, beeinflusst werden können.
Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht. Deswegen stehen an erster Stelle die Vermeidung einer Reizung (Rauchverbot) und reichlich Flüssigkeitszufuhr. sowie die Einnahme eines Säurehemmers (bei Sodbrennen) Das Lutschen von Emser-Salz-Tabletten, Inhalationen mit entzündungshemmenden ätherischen Ölen in Wasser, Gurgeln mit warmen Tees, schleimlösende Tabletten und in den Wechseljahren u. U. eine Hormonbehandlung bringen Erleichterung.